1998 bis 2008 –

Das Pferd als Wirtschaftsfaktor und der Pferdesportler als Forschungsobjekt
 
Ein neues Jahrhundert, ein neues Gesicht des Pferdesportes: Das Pferd wurde zum Wirtschaftsfaktor. Auf vier Pferde kam ein Arbeitsplatz, circa 10 Milliarden Mark wurden durch das „Wirtschaftsgut Pferd“ pro Jahr umgesetzt. Der Pferdesportler wurde zum meist untersuchten Objekt der Verbände. Eine Frage war vorrangig: Wie sieht der Pferdesportler der Zukunft aus? Die wohl größte Marktuntersuchung zum Thema Pferdesport, die in Deutschland je vorgenommen worden ist, wurde im Jahr 2001 von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse der sogenannten IPSOS-Studie galten auch dem Hessischen Reit- und Fahrverband (HRFV) als wichtige Orientierungshilfe.
 
Was herauskam beeindruckte die Pferdeszene: „In Deutschland reiten regelmäßig 1.240.000 Personen. Mindestens weitere 870.000 Menschen würden gerne reiten. Generell am Pferdesport interessiert sind 8.740.000 Menschen.“ Mit den unter 14-Jährigen waren zum Zeitpunkt der Erhebung knapp 11 Millionen Menschen am Thema Pferd/Pferdesport interessiert. Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Studie gehört: 1. Reiten ist ein Sport fürs ganze Leben. 2. Der Pferdesportler verbringt viel Zeit mit dem Pferd, zu dem er eine hohe emotionale Bindung hat. 3. Der Löwenanteil der Reiter ist freizeitsportlich orientiert. 4. Der Einstieg über das Reiterleben erfolgt in der Regel über das Schulpferd. 5. Ganz oben im Interesse alle Reiter stehen Themen wie Aus- und Fortbildung sowie Reitunterricht.
 
Bei der FN-Tagung 2002 in Koblenz wurde der „Pferdesportler von morgen“ so gesehen: „Der Alterschwerpunkt der Aktiven wird zwischen 30 und 60 Jahren liegen, der Anteil der nichtorganisierten Reiter steigen. Während sich der Turniersport immer stärker professionalisieren wird, wird es auf der anderen Seite immer mehr Pferdesportler geben, die ‚andere Reitweisen’ bevorzugen und dem Reiten deutlich mehr Freizeit- und Erholungswert beimessen.“ 2002 hatte die FN 759.088 Mitglieder (davon 534.103 weiblich), war der siebtgrößte Sportverband innerhalb des Deutschen Sportverbandes (DSB) und hatte sogar höhere Wachstumsquoten als der „Branchenführer“ Fußball.
 
Am 1. Januar 2000 waren 74.676 Mitglieder im HRFV organisiert, es gab 650 Vereine und 200 Pferdebetriebe. Das Angebot an Turnieren stieg im Jahr 2000 um 8,9 Prozent. Damit lag Hessen im Bundesdurchschnitt vorn (deutschlandweit stieg die Anzahl der ausgetragenen Turniere um 2,1 Prozent). Die Mitgliederzahlen veränderten sich in den kommenden Jahren wenig: Am 1. Januar 2008 waren 74.553 Mitglieder in 674 hessischen Vereinen organisiert (Hessen-Nassau: 53.658 Mitglieder/461 Vereine; Kurhessen-Waldeck: 20.895 Mitglieder/213 Vereine).
 
Basis nicht vergessen!
Schon kurz vor dem Jahrtausendwechsel konnte im deutschen Spitzenverband, der FN, in einzelnen Bereichen eine 180-Grad-Wendung in der Gewichtung Leistungssport und Breitensport festgestellt werden. „Es wird eine Fülle von Motivationsabzeichen und Ausbildungsgänge geben, die allen Sparten und Reitweisen gerecht werden. Die Basis wird nicht vergessen!“ so verkündete Thomas Litzinger, HRFV-Beauftragter für den Allgemeinen Pferdesport, in einem Interview in UNSER PFERD 5/1999. In Hessen müsse sich diese Schwerpunktverlagerung, auch in Fragen des Etats, allerdings noch durchsetzen.
 
Die Zahl der Pferdebetriebe nahm im gesamten Bundesgebiet stetig zu. In Hessen waren dem HRFV 1999 bereits 86 Pferdebetriebe beigetreten. 2008 sollten es 429 sein. Die Vorteile eines Beitritts erklärte HRFV-Geschäftsführer Robert Kuypers im März 1999 in UNSER PFERD so: „In unserem Landesverband, bei der FN und bei Personen, mit denen wir zusammenarbeiten, hat sich in den letzten Jahrzehnten eine beachtliche Fachkompetenz angesammelt. Leute, die heute mit Pferden Sport treiben oder züchten, aber auch Betriebe, die Stallplätze zur Verfügung stellen, haben nicht immer das erforderliche Know-how. Groß ist da die Gefahr, dass man selbsternannten Gurus hinterherläuft. Wir als Fachverband in Hessen und die FN als Spitzenverband setzen auf gesunde Haltung, Tierschutz, intensive Ausbilderschulung, Unfallvermeidung und schonenden Umgang mit der Natur“, so Kuypers. Dies könne den Pferdebetrieben vermittelt werden. Aber auch der Verband profitiere: „Je mehr Pferdehalter wir unter unserem Dach vereinigen, umso stärker ist unser Auftreten gegenüber Behörden, Verbänden und Ministerien.“ Die Existenz der Vereine sei nicht bedroht, da nur sie öffentliche Mittel für den Sportstättenbau und Zuschüsse erhielten, so Kuypers. Im starken Wachstumsmarkt sei für Betriebe und Vereine genug Klientel vorhanden.
 
Neben der Einführung des Pferdepasses am 1. Januar 2008 (siehe Kasten) war in Hessen ein weiteres Thema Dauergesprächsstoff der HRFV-Versammlungen: der mögliche Bau eines Leistungszentrums in Alsfeld, um Zucht und Sport mehr zusammenzuführen. Bereits 1998 hatte die Stadt Alsfeld dem HRFV ein günstiges Grundstücksangebot gemacht. Es handelte sich dabei um erschlossenes Land gegenüber dem Pferdezentrum des Verbandes Hessischer Pferdezüchter (VHP). Bei der Jahreshauptversammlung des HRFV in Lich 1999 gab es erhitzte Diskussionen um Notwendigkeit, Kosten, Auslastung und Zukunftssicherung. Der Vorstand wurde ermächtigt, das Grundstück zu kaufen, ohne dass damit eine Entscheidung über den Bau eines Landesleistungszentrums getroffen wurde.
 
Immer wieder Thema Pferdesteuer
Zwischen 1992 und 1999 gab es in 19 verschiedenen hessischen Städten und Gemeinden Überlegungen, die Kassen durch eine Besteuerung von Pferden aufzubessern. Neu-Anspach, das zu den reichsten Gemeinden Hessens gehört, hatte mit einem geplanten Steuersatz von 500 Mark für das erste und 700 Mark für das zweite Pferd für einen Sturm der Entrüstung in der Pferdeszene gesorgt. Offenen Protest demonstrierten 300 Pferdeleute am 16. Januar 2002 vor dem Usinger Haupt- und Finanzausschuss. Mit Erfolg: Die geplante 40-Euro-Pferdesteuer pro Monat wurde abgewendet.
 
Positives gab es für die Geländereiter zu vermelden: In Kooperation mit dem Landessportbund war es dem HRFV noch vor dem Jahrtausendwechsel gelungen, beim Umweltministerium einen Erlass bei den Unteren Naturschutzbehörden (UNB) zu erwirken, dass „jährlich wiederkehrende Veranstaltungen“ bis auf Widerruf genehmigt werden. Veranstalter von Rallyes, Orientierungsritten oder Reitjagden mussten ab sofort nicht mehr jedes Mal eine Genehmigung bei der UNB einholen. Eine EU-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat), die Naturschutzgebiete ausweist, sorgte für neues Ungemach: Beim Neu- oder Umbau von Reitanlagen musste diese nun berücksichtigt werden.
 
„Warum reiten mehr Mädchen als Jungen?“ Eine viel diskutierte Frage bekam eine Antwort: Die FN hatte 1999 eine Forschungsstudie zum Thema bei der Universität Kassel in Auftrag gegeben. Diese ergab, dass Jungen beim Reiten gleichgeschlechtliche Partner bevorzugen und das bestehende Angebot nicht auf die Bedürfnisse der Jungen zugeschnitten ist. „Wenn sich die Entwicklung fortsetzt, wird es irgendwann keine Männer mehr im Pferdesport geben“, so das Fazit. Waren 1965 noch über 50 Prozent der Reiter unter 18 Jahren Jungen, waren es 1999 nur noch knapp 15 Prozent. Ein FN-Wettbewerb, an dem auch hessische Vereine teilnahmen, sollte nun erfolgreiche Methoden und Konzepte aus der Praxis ans Licht bringen. Außerdem wurden 1999 in Hessen verstärkt Schulen und Lehrer gesucht, die sich für das „Reiten/Voltigieren als Schulsport“ stark machen wollten.
 
180-Grad-Wende durch APO 2000
Bei der FN-Tagung in Saarbrücken wurden 1999 die neue Ausbildungsprüfungsordnung (APO) 2000 und die Leistungsprüfungsordnung (LPO) 2000verabschiedet. „Die offiziellen Gremien in Warendorf haben die Forderungen der Gesamtreiterei erkannt und versuchen, alle nur denkbaren Aktiven in die große Reitsportfamilie aufzunehmen“, so HRFV-Vorsitzender Ernst-Albert Holzapfel in UNSER PFERD. „Diese Integration beginnt nicht auf Kommando; es liegt an uns allen, sie in der Praxis einzulösen.“
 
Die wichtigsten Neuerungen der APO waren: die Einführung eines differenzierten Kennzeichnungssystems für pferdehaltende Vereine und Betriebe, die Erweiterung der vorhandenen und die Schaffung neuer Leistungs- und Motivationsabzeichen (Aufnahme auch von Western-, Distanz- und Gangpferdeabzeichen), die Modernisierung der Ausbilder-Ausbildung und Unterteilung in Trainer C, B und A sowie die neue Gewichtung des Kinder- und Jugendsports. Tierärzte, die im Turniersport betreuend tätig sind, sollten nun in Aus- und Fortbildungsmaßnahmen geschult werden. Der Basispass Pferdekunde wurde zur Voraussetzung jedes Abzeichens. In Hessen wurden im Jahr 2000 gleich mehrere Pilotlehrgänge angeboten: zum Wanderreitabzeichen I, zum Distanz- sowie zum Jagdreitabzeichen. Die ersten Lehrer absolvierten in Hessen ihre Prüfung für den Trainer C-Schulsport.
 
In der LPO wurde neu eingeführt: die teilnehmerbezogene Nennung, die vierte Altersklasse „Reiter“ ab 22 Jahren (ab 40 Senioren), weniger strikte Regeln für Veranstaltungen an Wochentagen und der Wegfall der „Disziplinverklammerung“ (es mussten nicht mehr zwingend Dressur- und Springprüfungen ausgeschrieben werden). In Hessen gab es darüber hinaus weitere Impulse für Turniersport: 1999 wurde der R+V/VTV-Cup ergänzt. Für Jugendliche, die aus dem bisherigen auf L-Niveau ausgerittenen Cup aus Altersgründen oder zu hoher Leistungsklasse herausgewachsen waren, sollten mittels der „M-Youngsters-Trophy“ (Spring- und Dressurprüfungen der Klasse M) weiter gefördert werden. Ab Anfang 2003 wurden erstmals A-, L- und M-Prüfungen in Dressur und Springen vom HRFV mit Zuschüssen gefördert, die exclusiv für Amateure ausgeschrieben wurden. Die Landeskommission Hessen (LKH) veranstaltete Schulungen für Meldestellenmitarbeiter und „Veranstalterseminare“.
 
HRFV-Vorsitzender Holzapfel wird wiedergewählt
Bei der Delegiertenversammlung des HRFV am 31. März 2001 in Butzbach wurde Ernst-Albert Holzapfel als Vorsitzender bestätigt. Bereits im Frühjahr war er von den Vorsitzenden der Landesverbände einstimmig zu ihrem Sprecher gewählt und damit Mitglied des FN-Präsidiums geworden. Neu in den Vorstand des HRFV kam Anette Reichelt als Frauenbeauftragte (68,03 Prozent der hessischen Pferdesportler waren im Jahr 2000 Frauen). Heidrun Weitz übernahm offiziell die Pressearbeit, die sie zuvor kommissarisch geleitet hatte. Neuer Rechtswart wurde Veit Tebartz, da sein Vorgänger Wolf Rosenow das Amt zur Verfügung gestellt hatte. Bei den Regionalverbänden blieb alles beim Alten: Heinz Abhau (Nordverband) und Erika Born (Südverband) waren schon im Vorfeld als Vorsitzende bestätigt worden.
 
Georg-Christoph Bödicker legte beim Treffen in Butzbach sein Amt als Landestrainer Springen nieder. Der international gefragte Parcourschef sah sich nicht mehr in der Lage, die sich aus seiner Doppelbelastung als Landestrainer und seiner nationalen Tätigkeit als Lehrgangsleiter für die FN ergebenden Zuständigkeiten in einer Person zu vereinbaren. Im Mai wurde Karl-Josef Münz zum neuen Landestrainer Springen berufen. Als Trainer der Nachwuchsdressurreiter fungierte schon seit 1989 Heinz-Günther Scholten aus Wald-Michelbach.
 
Neu gebildet wurde im Mai 2001 der „Ausschuss Ausbildung“ des HRFV: Er sollte die mangelhafte Ausbildung an der Basis analysieren und auf diese einwirken. Großes Aufgabengebiet sollte auch die Ausbildung der Reitwarte sein. Mit „Geländereiten zum Ausprobieren“ wollte der HRFV künftig mehr Reiter für den vielseitigen Sport begeistern: Kombinierte Prüfungen für Reiter der Leistungsklassen 0 und sechs sowie Probeparcours wurden regelmäßig im ganzen Hessenland angeboten. „Insgesamt ist das Prüfungsangebot in Hessen viel zu klein“, erklärte HRFV-Jugendwart Rolf Schmidt im Juli 2001 in UNSER PFERD. „Hier versucht der HRFV, beratende Arbeit zu leisten und Vereine zu überzeugen, dass sich ein Engagement in diesem Bereich lohnt.“
 
Die Katastrophe: Turnierverbot wegen Maul- und Klauenseuche
Schon im Februar 2001 kamen aus Großbritannien erste beunruhigende Nachrichten nach Hessen: Die Maul- und Klauenseuche (MKS) breitete sich aus, Massenschlachtungen wurden dort durchgeführt. Im April lag Hessens Turniersport am Boden: Das Sozialministerium hatte aufgrund potenzieller MKS-Fälle in Hessen bereits am 27. März ein totales Verbot von Pferdesportveranstaltungen verhängt. Reihenweise wurden Turniere abgesagt. Auch der Wiesbadener Reit- und Fahrclub verschob zum ersten Mal in seiner Geschichte das Pfingstturnier. Mitte April wurden die Bestimmungen gelockert, Veranstaltungen unterlagen jedoch strengen Bestimmungen. Am 26. April kam die Erfolgsmeldung: Das Hessische Sozialministerium hob nahezu alle MKS bedingten Turnierbeschränkungen auf. So hatte endlich das nachhaltige Argumentieren von HRFV und LK gefruchtet. Dennoch wurde dem Pferdesport in Hessen – ohne MKS-Fall in Deutschland – hoher wirtschaftlicher Schaden zugefügt. 20 betroffene Vereine erhielten in Hessen Entschädigungszahlungen aus der Turnierausgleichskasse.
 
Sind Vereine „out“? Dieser Frage stellte sich HRFV-Geschäftsführer Robert Kuypers im Mai 2003 in einem Interview in UNSER PFERD. Er stellte fest: „Ein Großteil unseres Sports findet mittlerweile in Pferdebetrieben statt. Zwar können diese seit 1998 im HRFV Mitglied werden – 288 Betriebe waren es zum Jahresende 2002 – doch Fakt ist: Der organisierte Pferdesport ist in der Minderheit. Damit wir nicht das Nachsehen haben, müssen Vereine und Verbände auf die sich verändernden Bedingungen im sozialen Umfeld reagieren, verkrustete Strukturen müssen aufgebrochen werden.“ Wichtig sei es für Vereine, gute Ausbilder und gute Lehrpferde zu haben, damit der Schüler leicht lerne und Spaß am Reiten habe. Der HRFV handelte umgehend: Künftig wurde die Durchführung von Schulpferdewettbewerben mit Ausbilderwertung bezuschusst. Nichtorganisierte Reiter versuchte man zum Beispiel auch durch die Angebote der Persönlichen Mitglieder (PM) an den Verband zu binden.
 
Das Interesse am Reittourismus – auf Reitwanderwegen und mit ausgewiesenen Übernachtungshöfen – nahm weiter zu. Reitstationen-Karten gab es nun zum Beispiel für das „Erlebnisland Nordhessen“, den Spessart und den Vogelsberg. 2001 legten in Hessen 94 Reiter die Berittführer-Prüfung ab. Damit war Hessen führend in Deutschland. 2002 startete die FN das Pilotprojekt „Vereinsmanager im Pferdesport“, um Interessierten Rüstzeug für die gewachsenen Anforderungen an ein Ehrenamt im Verein zu geben. Hessische Siegergemeinde beim Wettbewerb „Pferdefreundliche Gemeinde 2002“ wurde Erbach im Odenwald.
 
Erstes Breitensportfestival in Hessen
Der Breitensportbereich im Reitsport wuchs nicht nur, er änderte auch seine Ansprüche. Während die Freizeitreiter sich immer noch gegen den Turniersport abgrenzen wollten, entdeckten die Teilnehmer an Jagden, Rallyes und Wanderritten ihren Wunsch nach Wettbewerb. Immer mehr Kreisreiterbünde veranstalteten daher Kreismeisterschaften für Freizeitreiter, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Doch gab es noch offene Fragen: nach Zielvorgaben und Bewertungskriterien. Auch eine Qualifikation für Richter im Breitensportbereich fehlte bis dato. Anfang September 2003 wurde in Hessen eine Premiere gewagt: das erste Hessische Breitensportfestival ging in Dreieich-Götzenhain – kombiniert mit einer landwirtschaftlichen Messe – über die Bühne. 30.000 Besucher kamen. Auf drei Aktionsplätzen wurden parallel 23 originelle Wettbewerbe (unter anderem die neugeschaffene „Gelassenheitsprüfung“) und Workshops verschiedener Reitweisen präsentiert. Zeitgleich lief ein großes Schauprogramm. Über 200 Reiter mit Pferden aller Rassen machten mit. Eine Fortführung alle zwei Jahre wurde beschlossen. 2002 war von der FN in Hamburg das erste Bundesbreitensportfestival veranstaltet worden.
 
Eine Premiere wurde auch auf dem Schafhof in Kronberg gefeiert: Ann Kathrin Linsenhoff hatte zum 50sten Geburtstag von UNICEF zum 1. Schafhof-Festival geladen. 25.000 Besucher kamen, gesammelt wurden fast 300.000 Euro für eine Wasseraufbereitungsanlage im Irak. Ende 2003 fand die Jahrestagung der FN-„AG Breitensport, Vereine und Betriebe“ in Mossautal statt. Zum Abschluss der Tagung formulierte Dr. Joachim Markgraf, Leiter der AG, seine Visionen: „Ich wünsche mir, dass der Hochleistungs-, der Sport- und der Freizeitreiter gleichberechtigt behandelt werden – thematisch und finanziell. Dass die deutsche Zucht die Pferde dazu stellt, das Breitensportfestivals in Verbänden und Vereinen selbstverständlich sind, das Ströme von Wander- und Erlebnisreitern durch Deutschland ziehen und das alle Verbände, die sich mit Pferden befassen, an einem Strang ziehen!“
 
HRFV senkt Kosten und unterstützt Turnierveranstalter
2004 senkten HRFV und FN die Turnierbearbeitungsgebühren, um es den arg gebeutelten Turnierveranstaltern ihren „Job“ zu erleichtern. Neben fehlenden freiwilligen Helfern litten diese verstärkt unter steigenden Kosten (für Schmied, Tierarzt, Sanitäter, etc.). So sollte, auch durch Schulungen, verhindert werden, dass die „mittlere Turnierszene“ wegbricht. Ende 2004 trat LKH-Vorsitzender Gert Stumme zurück, seine Stellvertreterin Dr. Evi Eisenhardt übernahm die Amtsgeschäfte bis zum Ende der Legislaturperiode im April 2005. Im Dezember fand erstmals ein verkürzter Trainer C-Lehrgang für ehemalige D-Kaderreiter mit Erfolgen in Springen beziehungsweise Dressur bis Klasse S statt. Die Idee dahinter war, erfahrene Reiter als Multiplikatoren in der Ausbildung einzusetzen.
 
Schon 2003 hatten sich die Jugendlichen der Vereine Hessens zusammengeschlossen und waren innerhalb des HRFV als „Pferdesportjugend“ aufgetreten. Anfang 2005 wählte die Pferdesportjugend einen Vorstand und Silvia Balduff (Nieder-Waroldern) zur Vorsitzenden. In Berlin wurde groß gefeiert: 100 Jahre Deutsche Reiterliche Vereinigung. 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport, darunter Bundeskanzler Gerhard Schröder, nahmen am feierlichen Festakt teil. Im Rahmen der FN-Jahrestagungen 2005 in Kassel wurde Ernst-Albert Holzapfel sowie Hermann Kombächer das Deutsche Reiterkreuz in Gold verliehen.
 
Immer wieder diskutiert wurde die Abschaffung der Regionalverbände. So auch bei der Mitgliederversammlung des Verbandes der Reit- und Fahrvereine Hessen-Nassau im März 2005 in Friedberg wie bei der Mitgliederversammlung des Verbandes der Reit- und Fahrvereine Kurhessen-Waldeck im April in Kassel. Während es im Süden einige Befürworter gab, sah man im Nordverband keine Notwendigkeit einer Veränderung und beschloss mehrheitlich, die Diskussion nicht weiter zu verfolgen. Beim Verbandstag des Hessischen Reit- und Fahrverbandes am 13. April in Butzbach wurde das Thema „Straffung der Organisationsstruktur“ des HRFV zunächst einmal in die Zukunft verschoben. Alle Vorstandsmitglieder wurden für vier Jahre wiedergewählt, lediglich Jugendwart Rolf Schmidt stand für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Schmidt hatte das Amt des Bundesjugendwartes bei der FN übernommen und war für die Belange der Jugend bundesweit tätig. Silvia Balduff übernahm seine Funktion. Im Mai wurde Klaus Peter Zahn Vorsitzender der Landeskommission Hessen.
 
Die Zunahme von Ganztagesschulen (2005 gab es 336 in Hessen) bot hessischen Reitervereinen eine Möglichkeit, das Reiten stärker als bisher mit dem Schulsport zu verknüpfen. Das seit 1990 erfolgreich laufende Projekt „Schulsport in Hessen“ wurde per Infoveranstaltungen des HRFV der Öffentlichkeit vorgestellt.
 
Heinz Abhau übergibt an Dr. Carsten Munk
Beim außerordentlichen Verbandstag des HRFV am 5. April 2006 in Butzbach war der neue FN-Chef Breido Graf zu Rantzau der Ehrengast: Er hatte die Bitte um die Erhöhung der FN-Gebühren im Gepäck – um einen Euro pro Jahr und Mitglied eines Reitvereins. Die Begründung war die Ausweitung der Tätigkeitsbereiche (Doping-Problematik, Zusammenarbeit mit EU, Bund und Ländern, Reitrecht in Feld und Wald sowie der Breitensport). Der Erhöhung wurde zugestimmt. Im Anschluss verlieh Graf zu Rantzau Heinz Abhau das Deutsche Reiterkreuz in Silber. Abhau hatte am 20. März nach 25 Jahren das Amt des Vorsitzenden des Verbandes Kurhessen-Waldeck – und damit auch den stellvertretenden HRFV-Vorsitz – an Dr. Carsten Munk übergeben. Die Delegierten bedankten sich mit Standing Ovations bei einer der profiliertesten Persönlichkeiten der hessischen Pferdeszene. „Die Geschichte des Verbandes von Kurhessen-Waldeck ist untrennbar verbunden mit dem Namen Heinz Abhau“, so der zweite Vorsitzende Michael Pfanzelt. Wenige Tage später empfing Heinz Abhau, seit 42 Jahren erster Vorsitzender des RFV Eschwege, die Gäste der Jubiläumsfeier zum 100sten Geburtstag des Vereins. Im Jubeljahr führte der RFV Eschwege zum sechsten Mal Hessenmeisterschaften der Dressur- und Springreiter (diesmal erstmals mit einer Meisterschaft nur für Amateure) und zum 16ten Mal die Meisterschaften des Verbandes Kurhessen-Waldeck durch. Im Dezember wurde HRFV-Sportwart Georg Schäfer die Sportplakette des Landes Hessen verliehen.
 
Uwe Göbel und Harald Hohmann neu im HRFV-Vorstand
Am 29. März 2007 wurde zum regulären Verbandstag des Hessischen Reit- und Fahrverbandes geladen. Uwe Göbel (Bad Hersfeld) wurde einstimmig zum HRFV-Beauftragten für den Allgemeinen Pferdesport gewählt, da sein Vorgänger Thomas Litzinger 2006 aus dem Vorstand ausgeschieden war. Als erster Hof in Hessen war 2006 der Hof der Glockenreiter von Uwe Göbel als Reitschule Breitensport (FN) ausgezeichnet worden. Dr. Harald Hohmann stellte sich den Delegierten als Vertreter der Pferdebetriebe im Verband vor.
 
Im selben Jahr weihte der HRFV-Vorsitzende Ernst-Albert Holzapfel im Pferdezentrum Alsfeld einen verbandseigenen Stalltrakt mit 19 Boxen für Lehrgangsteilnehmer ein. Nach dem endgültigen Beschluss, keinen eigenen Trainingsstützpunkt in Alsfeld zu bauen, und dem Verkauf des Grundstückes in unmittelbarer Nähe des Pferdezentrums hatte der HRFV eine Kooperationsgemeinschaft mit dem Hannoveraner Verband gebildet und die Anlage für Lehrgänge und Veranstaltungen genutzt. Der gelegentliche Engpass bei der Unterbringung der Pferde wurde nun behoben.
 
Was gab es noch? Die Zusammenarbeit des Hessischen Reit- und Fahrverbandes mit der Nürnberger Versicherungsgruppe wurde ausgebaut. Neben Langen fand 2007 erstmals auch in Wiesbaden eine Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal-Finale in der Frankfurter Festhalle statt. Auch kleinere Turniere wurden in ganz Hessen unterstützt. Im Rahmen des „Landesprogramms Talentsuche-Talentförderung“ des Hessischen Kultusministeriums, des Landessportbundes und des HRFV wurden erste Talentfördergruppen in Hanau und Rossdorf gebildet. „Pferdefreundlichste Gemeinde Hessens“ 2007 wurde Hohenstein am Taunus. Und ab 1. Januar 2008 war das Nennen zum Turnier per Computer (NennungOnline) endlich möglich. Aber was hat sich im behandelten Zeitraum sportlich getan? Viel!!
 
1999: Trauer um Liselott Linsenhoff und Dr. Reiner Klimke
In Alsfeld trafen sich zu Saisonbeginn 1999 wie gewohnt Spitzenspringreiter aus ganz Deutschland. Die Goldene Schärpe (ein Mannschaftswettbewerb, der Ponyreiter an die Vielseitigkeit heranführen soll) wurde Ende Mai in Feldatal-Ermenrod ausgetragen. Springreiter Sönke Kohrock siegte mit Liebelei zum dritten Mal beim Preis der Besten, diesmal bei den Jungen Reitern. Daniel Deusser ritt bei den Junioren auf Platz drei.
 
Beim Wiesbadener Pfingstturnier wurde mit Dressur, Springen, Fahren, Vielseitigkeit, Ponydressursport und Pferdenacht ein buntes Spektrum abgedeckt. Sieger im Grand Prix Special waren Ellen Bontje, Bereiterin auf Gut Neuhof, und Silvano. Wenig später wurde die Holländerin mit dem Hengst bei der Dressur-EM in Arnheim Fünfte.
 
Beim Internationalen Einspännerturnier in Dillenburg holte Sattelmeister Dieter Lauterbach vom Landgestüt Dillenburg mit Landbeschäler Tenno die „Krone der Einspänner“ nach Hessen. Georg Knell (Fränkisch-Crumbach) gewann bei den Deutschen Vierspännermeisterschaften in Meißenheim Bronze. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der Distanzreiter in Birstein belegte Lokalmatadorin Bianca Kautz mit Kabala Platz drei. Süddeutsche Meisterin im Voltigieren wurde Annerose Dobler aus Greifenstein.
 
Ein Jubiläum wurde im Juli in Spangenberg gefeiert: Beim 10. CSI konzentrierten sich die Veranstalter voll auf den Springsport. Die Prüfungen wurden höher dotiert und damit noch attraktiver gemacht, die Dressur war nun nur noch Teil des Schauprogramms. Carsten-Otto Nagel siegte im Großen Preis. Dressurreiter Thomas Diehl erritt in Mainz-Bretzenheim den Titel des Süddeutschen Meisters der Berufsreiter.
 
Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Würselen wurde es Bronze bei den Jungen Reitern für Dressurreiter Hartwig Knapp. Von der WM der Dressurreiter mit Handicap in Dänemark brachte Angelika Trabert drei Silbermedaillen mit nach Hessen. Bei der DJM Voltigieren in der Aachener Soers wurde Großenritte als erste hessische Gruppe Deutscher Meister.
 
Burkhard Keim wurde mit der Verbandsehrennadel in Gold ausgezeichnet. Kurz vor ihrem 72. Geburtstag verstarb Liselott Rheinberger (geb. Linsenhoff) im August 1999. Dr. Reiner Klimke ging nur wenige Tage später im Alter von 63 Jahren plötzlich und unerwartet aus dem Leben.
 
 
000: Lars Nieberg wird zum zweiten Mal Mannschaftsolympiasieger
Erhard Bartholomay (Lorch) wurde zu Jahresbeginn in Kreuth neuer Berufsreiterchampion „vielseitiges Reiten“. Erstmals fand das Deutsche Quadrillenchampionat in Hessen statt: im April in Neuberg. Waldeck-Sachsenhausen fungierte als Veranstalter der Hessenmeisterschaft der Fahrer und einer WM-Sichtung für Ein- und Vierspänner.
 
Beim Süddeutschen Hallenchampionat in Walldorf ritten die hessischen Ponydressurreiterinnen auf den Silberrang: Stefanie Graf/Top Doreen, Rania-Stephanie Wipprecht/AHA-R, Isabelle Kettner/Prinz und Anna-Charlott Grafe/Arts Ramason. Annerose Dobler konnte bei den Süddeutschen Meisterschaften der Voltigierer ihren Meistertitel verteidigen.
 
Die Sensation folgte im Juni: Hessenreiter Ralf Runge gewann mit Frederic den Großen Preis von Wiesbaden. Erstmals im Programm des Pfingstturniers: die Horseball-EM.
 
Beim internationalen Einspännerturnier, zugleich Sichtung für die WM, war erneut Dieter Lauterbach der Beste. Ann Kathrin Kroth landete bei den Deutschen Meisterschaften in Balve auf Platz fünf, Anja Plönzke auf Platz sechs. Eine Medaille bei Deutschen Meisterschaften gab es für Erhard Bartholomay: Er erritt Bronze in der Vielseitigkeit. Paul Schmid wurde in Langen zum dritten Mal in Folge Hessischer Berufsreiter-Champion Dressur.
 
Das CSI in Spangenberg avancierte zur Generalprobe für die Olympischen Spiele. René Tebbel entschied den Großen Preis für sich. Michael Freund, der Anfang des Jahres mit seinem Bruder Fred außerhalb Neu-Isenburgs einen neuen Fahrstall bezogen hatte, wurde Zweiter der DM. Vier hessische Fahrer – Freund, Kunz, Knell und Plücker – starteten bei der WM der Vierspänner in Wolfsburg und Freund holte Bronze mit dem deutschen Team.
 
Sönke Kohrock holte bei den DJM in Exter mit Liberty Silber bei den Jungen Springreitern. Dressurreiterin Isabelle Kettner, Hessenmeisterin der Ponyreiter und Junioren, wurde bei der EM der Junioren-Dressurreiter in Lipica Vierte. Bei den DJM der Westernreiter in Steinhagen stellte Hessen mit Tanja Stein die Meisterin in der Jugend Reining All Ages. Bei der DJM der Vielseitigkeitsreiter in Walldorf wurde es Bronze für Saskia Schmidt mit Pony Apoll.
 
Im September drehte sich alles um die Olympischen Spiele in Sydney: Lars Nieberg war mit Esprit Mitglied des „Gold-Teams“ der Springreiter. Am 3. Oktober traf der frischgebackene Mannschaftsolympiasieger in Homberg/Ohm ein. Tausende von Fans feierten ihn auf dem Marktplatz. Schöner Abschluss der Saison war für ihn sein Sieg im Großen Preis von Frankfurt kurz vor Weihnachten.
 
Ellen Bontje holte mit dem holländischen Dressurteam in Sydney Silber. Das deutsche Reiterteam der Paralympics mit den Hessinnen Doris Campo (Wiesbaden) und Angelika Trabert kehrte enttäuscht zurück. Sie belegten Rang sechs bei 24 teilnehmenden Teams. Der HRFV trauerte im Oktober 2000 um Burkhard Keim.
 
2001: Das zehnte Young Masters in Wäldershausen ist das letzte
Am 4. Februar wurde im Pferdezentrum Alsfeld eine Premiere gefeiert: Dort fand der erste Hessische Hallen-Geländeritt statt – als Motivationsanreiz für gezieltes Training in der unwirtlichen Jahreszeit. Der Darmstädter Reiterverein gewann auf der EQUITANA in Essen den Multivan-Cup der Schulpferdereiter. Beim Preis der Besten in Warendorf erritt Springreiter Sönke Kohrock erneut Silber bei den Jungen Reitern. Von der EM in Gijon/Spanien brachte er Team-Silber und Einzel-Bronze mit nach Hause. In Darmstadt-Kranichstein wurde André Orth Süddeutscher Voltigier-Meister.
 
2001 ging das zehnte und zugleich letzte Young Masters in Wäldershausen über die Bühne. Turnierleiter Lars Nieberg wollte sich künftig vermehrt um die Ausbildung des vierbeinigen Gestütsnachwuchses kümmern. In Hessen hatten Gestütsbesitzerin Katharina Geller und Lars Nieberg Maßstäbe für die Jugendförderung gesetzt, für die sich nur schwer Nachahmer finden ließen.
 
Beim Ländervergleichswettkampf belegten Hessens Ponyfahrer Platz zwei. Michael Freund wurde zum achten Mal Deutscher Meister der Vierspännerfahrer. Paul Pietsch gelang der Titelgewinn beim Süddeutschen Berufsreiterchampionat Dressur. Das Deutsche Quadrillenchampionat lud nach Kranichstein ein. Zum ersten mal gewannen 2001 die hessischen Voltigierer den Fünf-Länder-Vergleichswettkampf. Dr. Monika Kröz holte Bronze mit dem Team bei der Distanz-EM. Die DM Distanzreiten wurde im hessischen Trendelburg durchgeführt, und bei der DJM Vielseitigkeit holte Katharina Martin (Gut Waitzrodt) mit Dapple Diamond Bronze bei den Junioren.
 
Der Sieg im German Masters der Vierspännerfahrer ging im November in Stuttgart zum achten Mal in Folge an Michael Freund. Die Prüfung war diesmal die erste Wertung für den von Michael Freund initiierten neuen Fahrer-Weltcup. Friedel Wörn wurde für sein Engagement im und für den Fahrsport mit der Goldenen Verbandsnadel des HRFV geehrt.
 
Schöne Nachrichten kamen aus Kronberg: Ann Kathrin Linsenhoff hatte sich entschlossen, den Schafhof zu übernehmen. Das Anwesen blieb so Trainingsort für die großen deutschen Dressurreiter und den Nachwuchs. Mit Unterstützung durch ihren neuen Lebenspartner und Trainer Klaus Martin Rath startete sie selbst – nach der Geburt der gemeinsamen Tochter im August – auf neuen Spitzenpferden noch einmal durch: In der Frankfurter Festhalle gelang ihr mit Renoir und Wahajama ein furioses Comeback. Ab 2001 fanden auf dem Schafhof Stützpunkttrainings für hessische Spitzenreiter statt.
 
2002: Erster Weltcup der Fahrer geht an Michael Freund
Beim Süddeutschen Pony-Hallenchampionat 2002 in Bad Ems gingen drei Silbermedaillen nach Hessen: Fredericke Kopp (Ranstadt) und Equistro holten Einzel-Silber in der Dressur, Daniel Oppermann (Hofgeismar) mit Norina im Springen. Das Dressurteam – bestehend aus Kopp, Alina-Kristin Wipprecht/Silvester, Cathrin Hiesdorf/Lucky Luck und Kaja Schäfer/Mon ami Charmeur – belegte ebenfalls den Silberrang.
 
Michael Freund holte sich Anfang April in Göteborg souverän den ersten Weltcup-Titel bei den Fahrern. Beim Pfingstturnier in Wiesbaden dominierte Ellen Bontje den Grand Prix Special. Springreiter Daniel Deusser siegte mit Zapperlot beim Preis der Besten bei den Jungen Reitern, und wurde im August Dritter bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Kreuth.
 
In Spangenberg siegte Hugo Simon mit E.T. Annerose Dobler wurde erneut Süddeutsche Meisterin. Susanne Kaufmann (Hohenstein) siegte mit Fay El Rat bei den Deutschen Meisterschaften der Distanzreiter, Dr. Monika Kröz (Lahntal) holte mit Reitar Bronze. Andrea Ladenthin kehrte von der DJM der Distanzreiter mit Silber zurück.
 
Für das Young Masters in Wäldershausen wurde ein Nachfolgeturnier gefunden: die ersten Young Rider Classics, von der Dieter-Hofmann-Stiftung und dem RV Pfungstadt organisiert, fanden in Pfungstadt statt. Hochklassiger Springsport wurde gezeigt, galt das Turnier doch auch als EM-Sichtung für die Junioren.
 
Ebenfalls ein Erfolg wurde das erste Dressurfestival in Neu-Anspach mit Prüfungen bis zum Grand Prix. Erster Deutscher Meister der Einspännerfahrer wurde Dieter Lauterbach. Es folgte für ihn Platz acht bei der Einspänner-WM in Frankreich. Bei der Vierspänner-DM erfuhr sich zum zehnten Mal Michael Freund den Titel.
 
Ann Kathrin Linsenhoff gründete im Juli 2002 ihre „Linsenhoff-Stiftung“ unter dem Dach von UNICEF. Auch die Preisgelder ihrer Pferde flossen künftig mit ein. Im August errang sie bei den Deutschen Meisterschaften der Dressurreiter Silber – und das Ticket zur WM. Bei den Weltreiterspielen in Jerez/Spanien trug Ann Kathrin Linsenhoff zum Gewinn der Team-Goldmedaille bei. Michael Freund bekam Team-Bronze überreicht, obwohl er im Gelände aufgeben musste.
 
Die Dressurreiter mit Handicap, Angelika Trabert und Andrea Huber, holten bei der ersten DM der behinderten Dressurreiter in Lingen und bei der EM in Portugal Medaillen. Hessens Pony-Dressurreiter wurden Dritte bei den Süddeutschen Ponymeisterschaften.
 
2003: Ponydressurreiter sorgen für Medaillen trächtigen Saisonabschluss
Zu Beginn der Saison wiederholte Hessens „Mr. Fahrsport“ Michael Freund seinen Weltcup-Triumph des Vorjahres: In Göteborg entschied er den zweiten Weltcup Fahren für sich.
 
Ponyspringreiter Kai Siegmar Dross (Ulmtal) siegte beim Süddeutschen Ponychampionat in Saarlouis auf Midnight Moscan. Beim Bundeswettkampf der Vierkämpfer in Essen kam das Hessenteam auf Rang vier.
 
Beim Wiesbadener Pfingstturnier sorgten Dressurreiter der spanischen WM-Mannschaft für Jubel am Viereck, Marcus Ehning und Anka siegten im Großen Preis. Die Vielseitigkeits- und Fahrwettbewerbe waren aus Kostengründen aus dem Programm gestrichen worden.
 
Bei der Goldenen Schärpe der Ponyreiter in Seelitz und beim Bundeswettkampf Vielseitigkeit in Hohenberg-Krusemark ritten die Hessenteams auf Platz zwei. Judith Sommer wurde in Krusemark mit Pipers Promise Dritte.
 
In Aachen hatte sie mit dem deutschen Dressurteam den Nationenpreis gewonnen, bei der DM in Gera wurde sie mit Renoir-Unicef Vierte: Ann Kathrin Linsenhoff. Sven Rothenberger sorgte für Aufsehen in Neu-Anspach: Nachdem er 1999 die Reitstiefel „endgültig“ an den Nagel gehängt hatte, stieg der Bad Homburger 2003 spontan wieder in den Sattel und gewann in Neu-Anspach auf Barclay Grand Prix und Special.
 
Hendrik Gravemeier war bei den Young Rider Classics in Pfungstadt erfolgreichster Reiter. Und Lars Nieberg gewann beim CSI in Spangenberg mit Adlantus As zum ersten Mal den Großen Preis.
 
Bei den Deutschen Meisterschaften im Distanzreiten in Freiensteinau-Reichlos kam Joana Al Samarraie mit Tamunis (Rotenburg) bei den Junioren auf den Silberrang. Bei der DM im Distanzfahren in Stuhr siegte der Hesse Manfred Wanitschka (Bad Sooden) mit Fancy Girl. Michael Freund wurde zum elften Mal Deutscher Meister der Vierspännerfahrer, Dieter Lauterbach mit Gilbert Vizemeister bei den Einspännern. Stefanie Meschonat (Wehrheim) erritt sich den ersten verbandsübergreifenden DM-Titel bei der Jugendmeisterschaft Reining.
 
Bei den Süddeutschen Meisterschaften der Ponyreiter in Erbach sorgten die Ponydressurreiterinnen für einen furiosen Saisonabschluss: Einzelgold ging an Elena Zips (Wald-Michelbach) mit Espagna Ole, Bronze an Kaja Schäfer und Mon ami Charmeur. Darüber hinaus erritt das Team bestehend aus Zips, Schäfer, Gesche Janzarik und Helena Waid Mannschaftsgold. Bei der DM der Reiter mit Behinderung in Lingen wurde es Gold für Andrea Huber (Stierstadt), Silber für Gerda Huber-Nollau (Hungen).
 
Das Frankfurter Festhallen-Reitturnier – eigentlich schon im Frühjahr von der veranstaltenden Agentur Escon Marketing abgesagt ­– konnte durch das große Engagement von Ann Kathrin Linsenhoff und Manfred Louven vom Frankfurter Reit- und Fahrclub gerettet werden. Heinz Abhau wurde an seinem 65sten Geburtstag die Verbandsehrennadel in Gold verliehen.
 
2004: Linsenhoff rettet Frankfurter Festhallenturnier
Einen hervorragenden Start ins neue Jahr hatte Matthias Alexander Rath (Kronberg) im „Preis der Zukunft“: Er holte in Münster mit Red Liner den zweiten Platz. Ann Kathrin Linsenhoff freute sich mit Wahajama-Unicef beim Dressur-Weltcup-Finale in Düsseldorf über Platz fünf. Bei den Deutschen Meisterschaften in Balve ritt sie mit Renoir-Unicef auf den Bronzeplatz. Michael Freund holte zum dritten Mal in Folge den Weltcup-Titel der Fahrer nach Hessen.
 
Beim Preis der Besten in Warendorf erritt Rania-Stephanie Wipprecht (Lohfelden) auf Welden Bronze bei den Jungen Dressurreitern. Sachsenhausen lud zur Deutschen Meisterschaft der Vierspännerfahrer. Dieter Lauterbach siegte mit Gilbert in Dillenburg und wurde erneut Deutscher Meister der Einspännerfahrer. Bei der Goldenen Schärpe im Rahmen des CIC* in Lauterbach-Sickendorf holte das Hessenteam Silber.
 
Zum zweiten Schafhoffestival zugunsten von UNICEF strömten 30.000 Besucher auf den Schafhof. Zwei Wochen später gab Organisatorin Ann Kathrin Linsenhoff ihrem langjährigen Lebensgefährten Klaus-Martin Rath das Ja-Wort. Die Dressurreiterinnen, die an den Paralympics in Athen teilgenommen hatten, wurden bei ihrer Rückkehr mit vier Mal Silber und einmal Bronze gefeiert. Mit dabei: Angelika Trabert mit Walmorel.
 
Im August fanden in Alsfeld die Deutschen Voltigiermeisterschaften statt. Die Voltigierfans erlebten vor ausverkaufter Hessenhalle eine Meisterschaft der Spitzenklasse. Die Titel holten Ingelsberg, Nicola Ströh und Kai Vorberg. Bei der WM in Ungarn holte sich Michael Freund nach zehn Jahren erneut den Weltmeistertitel der Vierspännerfahrer. Dressurreiter Matthias Alexander Rath erritt sich bei den DJM in Steinfeld mit Red Liner Bronze bei den Jungen Reitern.
 
Für die hessischen Ponyreiter gab es bei den Süddeutschen Ponymeisterschaften Ende September einen wahren Goldregen: Süddeutsche Meisterin Dressur wurde Kaja Schäfer, vor Sanneke Rothenberger und Johanna Kopp. Bei den Springreitern siegte Sebastian Bolse, Dritte wurde Angelique Rüsen. Stephanie Wipprecht siegte mit Welden im Piaff-Förderpreis. Joana Al Samarraie wurde in Löffingen Deutsche Jugend-Distanzmeisterin.
 
Werner Burghardt, Vorsitzender des Kreisreiterbundes Groß-Gerau und zweiter Vorsitzender im hessischen Südverband, erhielt den Ehrenbrief des Landes Hessen. Trauer um Helmut Konrad Schmidt (Nieder-Wöllstadt): Der bekannte Reiter, Richter, Dressurausbilder und Vorstandsmitglied beim HRFV wie im Kreisreiterbund Wetterau verstarb im Alter von 64 Jahren an den Folgen eines Reitunfalls.
 
Beim Frankfurter Festhallen-Reitturnier, bei dem nun Ann Kathrin Linsenhoff und ihr Mann Klaus Martin Rath Mitveranstalter sind, gab es eine Neuerung: den Show-Wettkampf der hessischen Vereine am Donnerstagabend. 14 Vereine traten vor einer Promi-Jury und fast vollen Rängen an und verzauberten mit bunten Bildern das Publikum.
 
2005: Zwei Mannschaftsgoldmedaillen gehen auf den Schafhof
Beim Süddeutschen Pony-Hallenchampionat 2005 in Walldorf gingen sämtliche Goldmedaillen nach Hessen, dazu Silber sowohl in der Mannschafts- als auch der Einzeldressur. Gold bei den Dressurreitern holte das Team Johanna Kopp, Sanneke Rothenberger, Nicola Krause und Kaja Schäfer. Einzelgold ging an Kaja Schäfer mit Golden Derano C, Silber an Sanneke Rothenberger mit Domino Dancing. Gold in der Springreiterkonkurrenz ging an Angelique Rüsen mit Kleiner Casanova sowie das Hessenteam mit Rüsen, Nina Petsch, Marc Jazbinski und Pauline Gille. Ihren Erfolg konnten Kaja Schäfer, Sanneke Rothenberger und Angelique Rüsen im Herbst bei den Süddeutschen Ponymeisterschaften in Nürnberg wiederholen. Auch hier gab es zweimal Gold in der Einzelwertung.
 
Michael Freund errang zum vierten Mal in Folge den Titel beim Weltcup Fahren. Beim Deutschlandpreis der Vierkämpfer im Saarland wurde das hessische Team Vizemeister. Beim Preis der Besten ging Silber an Dressurreiter Matthias Alexander Rath und Cantelli bei den Jungen Reitern, Bronze an Ponydressurreiterin Kaja Schäfer und Golden Derano C. Bei den Süddeutschen Meisterschaften der Voltigierer in Neubulach siegte Greifenstein vor Hungen und Großenritte. Annerose Dobler holte den Titel bei den Einzelwettkämpfen der Damen.
 
Eine Klasse für sich stellte das Vielseitigkeitstunier CIC* Castle Trophy dar, das der Reit- und Fahrverein Lauterbach erstmals international ausgeschrieben hatte. Hochklassige Teilnehmer aus ganz Deutschland und der Schweiz fanden den Weg in den Vogelsberg. Mit im Programm: die Hessenmeisterschaften und eine Sichtung der Ponyvielseitigkeitsreiter für die EM.
 
Anja Plönzke erritt bei der DM Dressur in Verden mit Solero die Bronzemedaille. Bei der DM der Einspännerfahrer in Esperstoft verteidigte Dieter Lauterbach mit Gilbert seinen Titel. Bei der EM für Dressurreiter mit Behinderung in Ungarn trug Angelika Trabert zum Gewinn der Mannschaftssilbermedaille bei. Bei der EM der Ponydressurreiter in Italien erritt die erst zwölfjährige Sanneke Rothenberger mit Konrad Silber, bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Zeiskam gelingt ihr der Gewinn der Bronzemedaille.
 
Für die Sensation sorgten Ann Kathrin Linsenhoff und Matthias Alexander Rath: Ehefrau und Sohn von Klaus-Martin Rath, der beide als Trainer betreut, gelang der Gewinn einer Mannschaftsgoldmedaille bei Europameisterschaften. Ann Kathrin mit Sterntaler-Unicef bei der Dressur-EM in Hagen, Matthias Rath mit Cantelli bei der EM der Jungen Reiter im italienischen Barzago. Mit Dideldudeldö-Punkt wurde es für Matthias Rath bei der DJM wie 2004 Bronze - in seinem letzten Jahr bei den Jungen Reitern. Beim Dressurturnier in Langen waren Isabell Werth und Satchmo die Stars. Bei der DM der Voltigierer in Leipzig wurde die EM-Zehnte Annerose Dobler Dritte. Bei den Süddeutschen Mannschaftsmeisterschaften der Zweispänner gab es Silber und Bronze für Hessens Fahrer-Teams.
 
Zum zweiten Mal fand 2005 das Hessische Pferdefestival statt, diesmal in Rodgau-Jügesheim. In 25 Wettbewerben wurde die Vielfalt des Breitensports gezeigt. Auch das Deutsche Quadrillenchampionat war integriert worden. Die Premiere wurde weit übertroffen.
Integriert ins Programm des Frankfurter Festhallen Reitturniers war 2005 eine Weltcup-Quakifikation für die Senioren-Dressurreiter und das Weltcup-Finale der Jungen Dressurreiter.
 
2006: Tränen bei der WM, erster Hessentag in der Festhalle
Anfang März feierte der Kombinierte Mannschaftswettkampf in Oberursel-Bommersheim ein Jubiläum: Zum 20sten Mal trafen sich Vereinsmannschaften aus dem Verbandsgebiet Hessen Nassau zum Wettkampf in Dressur und Springen. In Sulzbach holten Hessens Ponydressurreiter beim Süddeutschen Hallenchampionat wieder einmal jede Menge Medaillen: Sanneke Rothenberger gewann mit Konrad Gold in der Einzelwertung, Bronze ging an ihren erst elf Jahre alten Bruder Sönke auf Wimbledon. Gold ging auch an das Hessen-Team I mit Sanneke Rothenberger/Konrad, Sönke Rothenberger/Deinhard B, deren Cousine Nicola Krause/Frederiksbergs Mozart und Julia Klingelhöfer/Henry. Beim Preis der Besten in Warendorf ritt Sanneke Rothenberger mit Konrad auf den Silberrang.
 
Im selben Jahr sollte ihre Erfolgsbilanz noch um die Mannschaftsgoldmedaille bei der Pony-EM in Saumur/Frankreich und die Bronzemedaille bei der DJM erweitert werden!
 
Und bei den Süddeutschen Ponymeisterschaften in Walldorf ging einmal mehr Gold nach Hessen: Einmal für Sanneke Rothenberger/Konrad und das Team Sanneke/Konrad, Sönke Rothenberger/Deinhard B, Nicola Krause/Going East und Stella Schmadl/Flamenco Star. Silber erritt Sönke auf Wimbledon und das Team Sanneke/Dino P, Sönke/Wimbledon, Nicola Krause/Going East und Julia Klingelhöfer/Henry.
 
Gerda Huber-Nollau und Frühlingszauber holten sich bei der DM der Dressurreiter mit Handicap in München den Meistertitel in Grade 4. Beim internationalen Einspännerturnier in Dillenburg kämpften diesmal zwei Hessen um die „Dillenburger Krone“: der dreifache Deutsche Meister Dieter Lauterbach und der Michael Freund-Schüler Thorsten Zarembowicz. Freunds Stallmeister hatte die Nase vorn – so auch bei der DM in Lauchheim, wo Zarembowicz Gold und Dieter Lauterbach Silber erfuhr. Der neuerdings für Hessen startende Einzelvoltigierer Gero Meyer-Nutteln (Großenritte) wurde in Viernheim Süddeutscher Meister. Zum 17. Spangenberger CSI*** kamen 2006 Topspringreiter auf dem Weg zur WM in Aachen. Darunter Marcus Ehning, der mit Anka den Großen Preis gewann, Ludger Beerbaum, Meredith Michaels-Beerbaum und Christian Ahlmann. Bei der DM der Vierspännerfahrer in Riesenbeck gab es den 14ten Meistertitel für Michael Freund und Silber für Ponyfahrer Thomas Köppen (Offenthal). Bei der DM der Distanzfahrer verteidigte Christina Böker ihren Titel.
 
Highlight der Saison waren die Weltreiterspiele in Aachen: Vierspännerfahrer Michael Freund konnte seine einmalige Karriere mit dem Gewinn der Mannschaftsgoldmedaille krönen. In einer großen Zeremonie im Aachener Springstadion verabschiedete sich Michael Freund aus dem internationalen Fahrsport. Gero Meyer-Nutteln wurde in Aachen Vize-Weltmeister der Einzelvoltigierer. Bei der WM der Einspännerfahrer in Pratoni del Vivaro/Italien gibt es zweimal Bronze für Dieter Lauterbach (Leiter der Hessischen Reit- und Fahrschule in Dillenburg) mit Rheinprincess. Auch Thorsten Zarembowicz war mit im deutschen Medaillenteam. Beim zweiten Jugendfahrturnier in Neu-Isenburg war Michael Freunds Filius Marco, gerade einmal neun Jahre alt, mit dem Pony-Zweispänner siegreich.
 
Matthias Rath gewann in Stuttgart auf Renoir das Finale des Fiaff-Förderpreises. Beim Frankfurter Festhallen-Reitturnier präsentierte sich der HRFV erstmals am Turniermittwoch mit einem „Tag der Hessen“. Im Programm waren Prüfungen aus allen Disziplinen des Leistungssportes: unter anderem Fahrprüfungen, ein Quadrillen-Wettbewerb, ein Grand Prix und ein Hallen-Geländeritt. Premiere feierte das Finale des Förderpreises der Dieter-Hofmann-Stiftung. Hier maßen sich die besten jungen Springreiter bis 21 Jahre aus sechs Qualifikationen auf dem Niveau einer M/B-Stilspringprüfung. Die drei Besten, die ins Finale mit Pferdewechsel kamen, erhielten eine Ausbildungsbeihilfe. Beim Wiesbadener Pfingstturnier erhielt Rudolf Temporini (Lorsch) für seine Verdienste in Zucht, Reit- und Fahrsport die Goldene Verbandsehrennadel.
 
2007: Ann Kathrin Linsenhoff zieht sich aus dem Leistungssport zurück
Im Frühjahr 2007 gab Dressur-Olympiasiegerin Ann Kathrin Linsenhoff eine Entscheidung bekannt, die zu treffen ihr sehr schwer gefallen war: Die Folgen einer unerkannten Borreliose-Infektion zwangen sie zum Rückzug aus dem Leistungssport. „Es fällt mir unfassbar schwer, denn ich habe noch nie so gute Pferde zur Verfügung und noch nie so viel Spaß am Reiten gehabt. Ich hätte mir meinen Abschied nach 30 Jahren Leistungssport für meine Pferde und mich anders gewünscht“, so die damals 46-Jährige vor der Presse, die versprach, die Förderung des deutschen Dressurnachwuchses und ihr soziales Engagement künftig noch zu intensivieren. Insgesamt kann die Kronbergerin auf neun Medaillen bei Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen zurückblicken.
 
Nach Lars Nieberg war in diesem Jahr erneut ein hessischer Springreiter beim Weltcup der Springreiter ganz vorne dabei: Daniel Deusser ritt in Las Vegas, bei seinem ersten internationalen Championat im Seniorenbereich, mit Air Jordan sensationell auf Platz zwei. Nach seiner Ausbildung bei Franke Sloothaak war der 25-Jährige nun Bereiter im bekannten Stall Tops.
 
Dressur vom Feinsten wurde beim Dressurturnier mit Prüfungen bis zur Grand Prix Kür in Wartenberg-Angersbach geboten. Beim Süddeutschen Pony-Hallenchampionat siegte in der Dressur Sönke Rothenberger mit Deinhard B vor Sanneke Rothenberger mit Domino Dancing und seiner Cousine Nicola Krause auf Going East. Auch für das Team aus Hessen gab es Gold. Ganz vorne landeten auch die hessischen Ponyspringreiter. Zum Wiesbadener Pfingstturnier kamen rekordverdächtige 52.000 Zuschauer in den Biebricher Schlosspark.
 
Eine hochkarätige Premiere ging im Mai 2007 in Eschwege mit großem Erfolg über die Bühne: die 1. International Young Riders-Challenge. Der Sieg in der Team-Challenge-Trophy ging an die hessischen Nachwuchsspringreiter Angelina Herröder/Cassiopeia, Sebastian Schuldes/Leopardine, Angelique Rüsen/Rapunzell und Franziska Baum/Lucienna. Teilnehmer aus allen deutschen Landesverbänden und sechs weiteren europäischen Nationen waren am Start.
 
Dressurreiter Matthias Alexander Rath, Springreiter Daniel Deusser und Vierspännerfahrer Christian Plücker (Sachsenhausen) machten beim CHIO Aachen Werbung für Hessens Pferdesport.
 
Bei der Goldenen Schärpe in Seelitz landeten die Hessen auf Platz zwei.
 
Auf den Bronzerang bei der Deutschen Meisterschaft der Vierspännerfahrer fuhr überraschend Georg von Stein (Modautal) bei den Großpferden, Thomas Köppen holte mit seinem Fjordviererzug Bronze bei den Ponys.
 
 
 
Eine junge Springreiterin sorgte 2007 für Aufsehen in ganz Deutschland: Angelina Herröder, erst 13 Jahre alt, erritt sich das Goldene Reiterabzeichen. Das hatte es bisher noch nicht gegeben! Zuvor hatte Christian Ahlmann mit 14 Jahren die Liste der mit Gold ausgezeichneten Reiter angeführt. Insgesamt siegte sie 2007 20 mal in Klasse S. Bei der DM der Distanzreiter holte die Hessin Klaudia Al Sammaraie (Rotenburg) mit Ayman den Titel.
 
Bei der DM der Zweispännerfahrer in Nunsdorf landen Hessens Fahrer auf Rang drei im Länderpokal. Dieter Lauterbach erfuhr bei der Einspänner-DM wieder einmal Silber. Riesenjubel gab es für Thomas Köppen: Er krönte seine bisherige Fahrsportkarriere mit Teamgold und Einzelbronze bei der WM der Ponyfahrer in Dänemark.
 
Das dritte Hessische Pferdefestival, zum dritten Mal organisiert vom Kreisreiterbund Offenbach, lockte diesmal jede Menge Breitensportler nach Seligenstadt.
 
Die hessischen Ponyreiter erwiesen sich auch im Herbst wieder als Erfolgsgaranten: Bei den Süddeutschen Ponymeisterschaften in Friedberg-Fauerbach siegte das Dressurteam Hessen I (Sanneke Rothenberger, Sönke Rothenberger, Nicola Krause und Stella Schmadl) vor Hessen II (Nicola Krause, Sanneke Rothenberger, Lisa Charlene Distler). Der Titel in der Einzelwertung Dressur ging an Sanneke Rothenberger. Auch die hessischen Ponyspringreiter holten Gold (Lisa Maria Mouret, Marcel Wegfahrt, Pia Luise Distel und Angelique Rüsen). Bei der DJM siegte die Gruppe aus Kriftel bei den Voltigierern. Erstmals wurde in Bad Homburg eine eigene Veranstaltung für alle Finalprüfungen des von der R+V/VTV-Versicherung gesponserten Jugendcups in Dressur und Springen bis Klasse M durchgeführt.
 
Das vierte Schafhof-Festival für UNICEF übertraf alle Erwartungen.
 
Zum zweiten Mal in Folge war Matthias Alexander Rath Sieger des Piaff-Förderpreis-Finales in Stuttgart. Im Sattel von Renoir-Unicef ließ der Kronberger wie schon 2006 die Konkurrenz hinter sich. Sein Vater Klaus-Martin Rath wurde mit dem Ehrenpreis für den Trainer des siegreichen Paares ausgezeichnet. Ann Kathrin Linsenhoff wurde im Dezember zur neuen Vorsitzenden der Stiftung Deutsche Sporthilfe gewählt.
 
Westernreiter Volker Schmitt holte sich den Deutschen Meistertitel der Reiner bei der Premiere der German Open in Kassel. Inge Harbach (Hanau-Mittelbuchen) wurde für ihre Verdienste um den allgemeinen Pferdesport der Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen.
 
2008: Superstar Sanneke Rothenberger holt drei EM-Medaillen
Das 72. Wiesbadener Pfingstturnier war ein voller Erfolg: Isabell Werth siegte in der Dressur, Meredith-Michaels Beerbaum im Springen und Kai Vorberg im Voltigieren. Auch die Vielseitigkeit war nach einer Pause wieder im Programm. Die deutsche Reitnationalmannschaft startete ihre PR-Kampagne 102 Tage vor den Olympischen Reiterspielen in Hongkong 2008 in Frankfurt.
 
Ein neues Traumpaar triumphierte bei der Deutschen Meisterschaft Dressur in Balve: Matthias Alexander Rath (23) holte mit Sterntaler-Unicef den Deutschen Meistertitel nach Hessen – den ersten seit 1990. Ann Katrin Linsenhoff hatte ihren Stiefsohn wenige Monate zuvor zum besseren Erspüren einer Grand Prix-Lektion im Training auf ihr Pferd gesetzt. Hier zeigte sich, wie gut die beiden harmonierten. Nach dem Medaillengewinn wurde das Paar Rath/Sterntaler-Unicef für die Nationen-Preis-Mannschaft beim CHIO Aachen nominiert, was die Chance beinhaltete, mit in die Olympiamannschaft der Dressurreiter zu kommen. Eine Möglichkeit, die die Dressurszene in Aufruhr versetzte. In Aachen konnte das Paar dann allerdings nicht an die bisherige Leistung anknüpfen.
 
Beim Preis der Besten war eine junge Hessin vorne, die mit Medaillen ihr Zimmer spielend tapezieren kann: Sanneke Rothenberger (15) holte mit Konrad bei den Ponydressurreitern Gold und bei den Junioren mit Paso Doble Bronze. Mit drei Goldmedaillen kehrte Sanneke von der Dressur-EM der Junioren und Jungen Reiter in Portugal nach Hause: Die 15-Jährige war mit Paso Doble in Einzel- sowie Kürwertung nicht zu schlagen und führte auch das Team an die Spitze. Eine Woche später dominierte ihr Bruder Sönke bei den Pony-Europameisterschaften in der Schweiz auf Deinhard B in allen drei Prüfungen und erritt sich sowohl mit der Mannschaft als auch in der Einzelwertung Gold. Juniorenspringreiterin Angelina Herröder konnte sich bei der EM dieser Altersklasse in Prag auf Platz fünf platzieren und war damit beste Deutsche.
 
Bei der 2. International Young Riders Challenge in Eschwege ritten die hessischen Springreiter auf Platz zwei.
 
Beim CSI*** Spangenberg, das 2007 nicht stattgefunden hatte und 2008 wiederbelebt worden war, siegte die Brasilianerin Luciana Diniz im Großen Preis.
 
 Bei den Süddeutschen Meisterschaften der Voltigierer in Herxheim war Kriftel vorn, die Deutschen Voltigiermeisterschaften fanden im Juli in der Hessenhalle Alsfeld statt. Nicola Ströh und Kai Vorberg wurden als neue Deutsche Meister gefeiert. Christa Rietz erhielt für ihr großes Engagement im Voltigiersport die Silberne Ehrennadel des HRFV.
 
Thorsten Zarembowicz wurde in Greven-Bockholt Deutscher Meister bei den Einspännerfahrern – vor Dauerkonkurrent Dieter Lauterbach.
 
 2008 fand erstmals ein Süddeutsches Breitensportfestival statt: Das Hessenteam gewann in Bad Wörishofen die Silbermedaille.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kasten:
Großes Thema Pferdepass
Ein großes Thema dieses Jahrzehnts war die Einführung des Pferdepasses. Dieser Pass geht auf eine Entscheidung der Europäischen Union vom 20. Oktober 1993 zurück und wurde in Deutschland ab dem 1. Januar 1998 für alle neugeborenen und von den Zuchtverbänden registrierten Fohlen ausgestellt. Ein Vorteil sollte sein, den Therapienotstand zu beenden. Ist ein Pferd in dem Pass als „Nicht-Lebensmitteltier“ gekennzeichnet, darf es nicht geschlachtet werden und kann weiterhin mit den bewährten Medikamenten behandelt werden, die andernfalls bei der Behandlung von Lebensmitteltieren verboten wären. Zudem sollte durch den Pass eine verbesserte Identitätskontrolle sowie die Überprüfung des geforderten Impfschutzes möglich werden. Jeder Pferdesportler musste nun einen Equidenpass für sein Pferd beantragen beziehungsweise bei Pferdetransport und Turnierstart vorweisen können.
 
Kasten:
Dieter-Hofmann-Stiftung – stark für den Reiternachwuchs
Im Jahr 2002 feierte sie ihren 25sten Geburtstag: Deutschlands größte Stiftung für den Reiternachwuchs. Sönke Kohrock, Carsten Jäger oder Daniel Deusser hießen die jungen, talentierten Dressurreiter, die die Dieter-Hofmann-Stiftung in dieser Zeit zunächst mit Stipendien und dann mit guten Pferden förderte. Doch auch René Tebbel, Marcus Ehning, Marco Kutscher oder Toni Hassmann – sie alle reiten inzwischen im großen Sport, und sie alle wurden als Junior oder Junger Reiter von der in Pfungstadt ansässigen Stiftung unterstützt. Nach Beendigung der Young Masters in Wäldershausen übernahm die Stiftung 2002 und 2003 gemeinsam mit dem HRFV die Veranstaltung eines internationalen Jugendturniers in Pfungstadt: der Young Rider Classics. Begonnen hatte alles mit einem tragischen Unglücksfall: 1977 verstarb Dieter Hofmann im Alter von 16 Jahren bei einem Verkehrsunfall. In Gedenken an seinen Sohn, der als talentierter Springreiter bereits an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen hatte, riefen seine Eltern Dionys und Else Hofmann noch im selben Jahr die Dieter-Hofmann-Stiftung ins Leben. Jungen talentierten Menschen sollte eine Förderung zuteil werden, wie sie ihr Sohn genossen hatte. Und sie sollten damit unabhängig werden vom Geldbeutel ihrer Eltern.
 
Kasten:
Michael Freund unter Doping-Verdacht
Nach der WM der Vierspännerfahrer, die Anfang August 2004 in Ungarn stattfand, erhielt der frischgebackene Weltmeister Michael Freund eine schockierende Nachricht: Die seiner Stute Mary entnommene A-Probe war positiv. In ihrem Körper hatte man die verbotene Valeriansäure (Baldrianextrakt) gefunden. In seiner Stellungnahme für die Presse schrieb Freund am 11. Oktober: „Zu keinem Zeitpunkt vor oder während dieser Weltmeisterschaft wurden weder von mir noch von den betreuenden offiziellen Personen meinen Pferden Substanzen irgendwelcher Art verabreicht.“ Betroffen und traurig äußerte er sich im Gespräch mit UNSER PFERD: „Für mich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder wurde die gefundene Substanz über ein Futtermittel aufgenommen oder sie wurde durch eine dritte Person verabreicht.“ Freund ermittelte auf eigene Faust, ließ alle Futtermittel auf eigene Kosten an der Tierärztlichen Hochschule Hannover auf Rückstände untersuchen, fuhr nach Ungarn und entnahm Grasproben von der dortigen Koppel. Freund gelang es nachzuweisen, dass auf dem Gelände des WM-Austragungsortes zahlreiche Baldrianpflanzen wild wuchsen. Zwei unabhängige Experten wiesen im Juni 2005 nach, dass die Futteraufnahme der gefundenen Pflanzen zu einem positiven Medikationsergebnis führen kann. Am 23. Januar 2006 wurde das Medikationsverfahren der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) gegen Freund eingestellt. Damit blieb der 51-jährige Neu-Isenburger amtierender Weltmeister der Vierspännerfahrer. Noch nie hatte es in der Geschichte der FEI in einem Dopingverfahren ein solches Urteil gegeben. Erstmalig war der Argumentation und den vorgelegten Beweisen eines Pferdesportlers gefolgt worden. Dennoch: 18 Monate Unsicherheit und 25.000 Euro waren der „Preis“ für den Beweis seiner Unschuld.
 
Was werden die nächsten zehn Jahre bringen?
Robert Kuypers, Geschäftsführer des HRFV: „Zu den Aufgaben von Verbänden gehört es auch, die Zukunft zu planen. Damit nicht in einigen Jahren Fehlentwicklungen kuriert werden müssen, ist aktives Handeln gefordert: Agieren statt reagieren. Dabei gibt es einige Schwerpunkte, bei denen wir ansetzen: Erstens: Wir werden verstärkt mit dem demographischen Wandel konfrontiert. Es werden zum einen immer weniger Kinder geboren, das heißt, der Nachwuchs im Pferdesport nimmt langfristig ab, zum anderen werden die Menschen immer älter. Da man den Pferdesport aber bis ins hohe Alter betreiben kann, werden sich die Angebote des HRFV vermehrt an die Gruppe der Erwachsenen und die Gruppe der ‚best ager’ wenden, die über 30-Jährigen, die sich beruflich etabliert haben und deren Kinder aus dem Gröbsten heraus sind. Besonderes Augenmerk richten wir hierbei auf Wiedereinsteiger und ältere Reitanfänger. Wichtig ist gerade diesen Menschen der Gesundheitsaspekt. 2008 hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Reiten als Gesundheitssport anerkannt. Das bedeutet, dass Vereine, die einen Trainer mit dem Schwerpunkt „Reiten als Gesundheitssport“ beschäftigen und nach einem anerkannten Trainingsplan unterrichten, das Gütesiegel „Pro Gesundheit“ für jeweils zwei Jahre verliehen bekommen. Seit Mitte August ermöglicht dies eine Kooperation des HRFV mit dem Landessportbund, die für die Teilnehmer bedeutet, dass sie einen Zuschuss zu den Lehrgangskosten von ihrer Krankenkasse erhalten können. 
Zweitens: Im Turniersport ist eine zunehmende Professionalisierung festzustellen. Während die Zahl der Turniere und Starts gleich bleibt, sinkt die Zahl der ausgestellten Reitausweise. Hieraus folgt: Die gleiche Anzahl von Starts wird von immer weniger Reitern bestritten. Große Lkw, auf denen mehrere Pferde transportiert werden, lassen Zweifel am Amateurstatus so manchen Reiters aufkommen. Auf der anderen Seite stehen viele Pferdefreunde, die mit ihren Pferden einfach nur Unterhaltung, Spaß und Abenteuer erleben wollen. Vielfach betreiben sie mehrere Sportarten gleichzeitig und können deshalb nicht die Perfektion erreichen, die zum Turnierreiten nötig ist. Manchmal fehlt es auch an der Bereitschaft, sich zu quälen. Beiden Lagern müssen wir als Verband gerecht werden.
Drittens: Dem Vereinswesen werden wir auch in Zukunft eine hohe Bedeutung beimessen, denn durch die Gemeinnützigkeit kommt unser Sport in den Genuss öffentlicher Förderung. Dennoch bin ich mir sicher, dass sich die Vereinslandschaft weiter verändern wird: Da viele Mitglieder ihren Verein nur als Dienstleister sehen und nicht mehr zur ehrenamtlichen Mitarbeit bereit sind, wird der Anteil der Vereine, die eine eigene Anlage betreiben, weiter rückläufig sein. Deshalb wird es immer öfter zu Kooperationen mit Pferdebetrieben kommen, die sinnvoll sind. Inhaber von Pferdebetrieben haben ein kommerzielles Interesse und werden deshalb für möglichst optimale Verhältnisse sorgen. Zudem beobachten wir, dass die Anzahl der Vereine stetig steigt, obwohl die Gesamtzahl der in Hessen organisierten Pferdesportler stagniert. Der Grund für das Schrumpfen der Vereinsgröße ist möglicherweise eine Spezialisierung auf bestimmte Disziplinen beziehungsweise Reitweisen.
Viertens: Schulpferde und das Angebot von freizugänglichem Reitunterricht sind zur Sicherung des Nachwuchses von unschätzbarem Wert. Fast 90 Prozent aller Pferdesportler haben ihre ersten reiterlichen Gehversuche auf Schulpferden unternommen. Da der Schulpferdebetrieb mit hohem Personalaufwand verbunden ist, können viele Vereine dieses Angebot nicht mehr bieten. Um dem entgegenzuwirken, hat der HRFV Fördermaßnahmen ergriffen. Neben den Ringturnieren gibt es den Reiterwettbewerb mit Ausbilderwertung und den Wettbewerb „Bestes Schulpferdekonzept“, den der HRFV 2008 zum dritten Mal in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Innenministerium und dem Frankfurter Turnierveranstalter ausschreibt. Der Gewinner wird im Rahmen des Festhallenturniers geehrt und mit 5.000 Euro belohnt. 
Drucken

Neuigkeiten

Anmeldungen

Tag der offenen Stalltür


Weiterlesen

NeOn jetzt noch

leichter zu bedienen


Weiterlesen

FN bezuschusst

Turnierpferde-Eintragung


Weiterlesen

Konzeption und Realisierung: Dupp Datensysteme GmbH