Pferdebetrieb Mohr
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Sie ist diejenige, die die meisten Motivations- und Reitabzeichen in Hessen in der Geschäftsstelle des HRFV bestellt! Auch anlässlich der Tagung für Pferdebetriebe in Frankfurt im Dezember 2008 hielt sie einen beeindruckenden Vortrag. „Viele Teilnehmer waren hinter her bei mir auf dem Hof und haben gefragt; wie machst du das bloß!“
Alles ist rückläufig aber hier im Kinderreitsportzentrum in Bensheim bei Ulrike Mohr boomt die Nachfrage nach dem Umgang mit den Pferden. „Als ich vor fünf Jahren angefangen habe, haben mich meine ehemaligen Reiterkollegen nur belächelt. Heute sehen sie, dass doch etwas an meiner Idee funktioniert hat.“ Zu Zeit kommen ca. 400 Kinder auf den Hof. Bei ca. 40 Ponys und Großpferden finden sie eine Möglichkeit den Umgang mit dem Lebewesen zu erfahren.
Die gelernte Bürokauffrau wollte schon immer etwas professionell mit Kindern und Pferden machen. Aber ihre Eltern waren skeptisch und eine solide Ausbildung sollte ihren Ideen voran gestellt werden. Im Alter von fünfzehn Jahren wurde sie aufgrund ihrer Erfolge im Springreiten bis zur Klasse M in den Landeskader berufen, dem sie über vier Jahre bis sie einen schweren Unfall 2004 mit dem Pferd angehörte.
Parallel zu ihrer Ausbildung absolvierte sie den Trainer C. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, während ihrer reiterlichen Zwangspause, eine Idee - ihre Idee in die Tat um zu setzen. „Ich habe mit den drei Ponys meiner Geschwister auf einem kleinen Reitplatz angefangen.“ In die Maschinenhalle des Vaters, die außerhalb von Bensheim, umgeben von Wiesen und Koppeln lag, wurden die ersten Boxen gebaut. Der Schweinemastbetrieb, der im Ort angesiedelt war, wurde 2003 abgeschafft und der Vater von Ulrike Mohr wurde zum Baumeister des Hofes. Ihr jüngerer Bruder macht die Landwirtschaft und die Mutter ist die gute Seele. „Ich habe das Glück eine intakte und gesunde Familie zu haben. Ich möchte etwas weiter geben, an die Kinder die nicht so reich gesegnete sind“, resümiert Ulrike Mohr. Es folgten der Trainer B und im Dezember 2002 konnte Ulrike Mohr ihre Prüfung zum Trainer A Reiten erfolgreich ablegen.
Als sie nach ihrem Unfall wieder reiten konnte, lernte sie den internationalen Westernreiter George Marschalani in Erbach kennen und war fasziniert vom Western reiten. Und wer Ulrike Mohr kennt weis, dass der Erfolg nicht ausblieb. Sie wurde 3-fache Europameisterin 2005, 5-fache Europameisterin 2006 und 2007. Mit der Mannschaft-Europameisterin 2006 in der Soers in Aachen. „Das war ein besonderes Erlebnis, als ich in den Nationalkader aufgenommen wurde und teilhaben durfte an diesem Wettkampf“, meint sie bescheiden.
Im Jahr 2008 hat sie als aktive Turnierreiterin ausgesetzt und war nur für den Aufbau des Betriebs da. Mit der Auszeichnung zum „Reitstall FN“ ist sie auch Mitglied beim HRFV und kann auf ihrer Reitanlage, Lehrgänge zum „Deutschen Reitabzeichen“ abhalten.
Ulrike Mohr ist für die Planung und das Marketing zuständig. Sie schreibt Ablaufpläne in die alles eingetragen wird. „ Zum Beispiel fällt ein Kind runter, wird das eingetragen und wir rufen am nächsten Tag an wie es geht“, erklärt Ulrike Mohr. So haben die Eltern auch das Gefühl man kümmert sich wirklich um ihre Kinder. Auch der Trainer, der in der nächsten Stunde das Kind betreut, weiß was vorgefallen ist. Vorbildfunktion und Identifikation werden ganz groß geschrieben bei der Familie Mohr. Gelb ist die Nationalfarbe des Teams. „ Ich bin ein Sonnenmensch nicht nur vom Gemüt. Auch ist es die Farbe an Schleifen, die wir wollen. Vorher war es rosa, aber mein Vater und Bruder weigerten sich eine rosa LkW zu fahren oder nur ein rosa Pulli zu tragen.“ „ Selbst im Fall eines Feuers retten wir den LKW nicht“, so der Vater.
Inzwischen arbeiten zehn Angestellte, Pferdewirte, Pflege, Trainer C, B auf dem Hof und die Familie. Jede Woche werden Mitarbeitergespräche geführt, in denen der Umgang mit Kunden und wie benehme ich mich korrekt gegenüber meinen Mitmenschen diskutiert. Der Freund von Ulrike Mohr, Jan Frederic Wömper, kommt aus Stadthagen, der Nähe von Hannover und reitet Springen bis zur Kl. S. „Jetzt können wir auch junge Pferde ausbilden und die Pferde meiner Turnierfördergruppe weiterbringen“, erklärt Ulrike Mohr stolz. Desweiteren stehen den Pferden und Ponys ein achtköpfiges Gesundheitsteam aus Tierärzten, Physiotherapeuten, Akupunktur und Homöopathie-Spezialisten zur Verfügung, da bei uns der Praxisanteil und die Ausbildung des IFT Deutschland Institut für Tierheilkunde Deutschland stattfinden.
Die sprühenden Ideen, der Reichtum an Möglichkeiten, zeichnet das Kinderreitsportzentrum aus, welches stetig wächst. „Ich möchte vor allem den Kindern den Kontakt zu den Pferden ermöglichen, die sonst keine Chance hätten“. Dafür machen wir viele Projekte in Kindergärten und Schulen. Diese Tage werden perfekt für die Lehrer und Eltern von Ulrike Mohr organisiert und vorbereitet. „Meine Erfahrung hat gezeigt, dass man den Lehrern und Kindergärtnerinnen, alles aber wirklich alles abnehmen muss, damit so ein Tag gelingt!“ Ulrike Mohr ermöglicht so auch Mädchen mit Migrantenhintergrund, die schon aus traditionellen Gründen nicht Reiten dürfen, ein unvergessliches Erlebnis. „Wir haben ein fantastisches Schulprojekt mit der Schillerschule in Bensheim. Hier bucht der Direktor drei Kennenlerntage zu Beginn des neuen Schulhalbjahres der 5. Klasse auf dem Hof. Das hat gezeigt, dass sich andere soziale Gruppen zusammen finden als dies in der Schule stattfindet würde. Das heißt konkret dem Pony ist es egal, ob einer dick ist oder langsam oder nur Einsen hat. Hier zählen anderen Werte „Viele wichtiger Komponenten des sozialen Umgangs treten zum Vorschein und durch diese neue Gruppendynamik haben es die Lehrer leichter die Klasse zu führen.
Aber man muss im Kindergarten schon anfangen die Dreijährigen zu motivieren. „ Andere Sportarten sind viele fixer wie wir im Reitsport.“ Zum Beispiel der Golfclub oder Tennisclub bietet schon lange Kurse im Kindergarten an. Im Kinderreitsportzentrum gibt eine ganz klare Strukturierung im Aufbau der Ausbildung. Es fängt im Alter von drei Jahren mit Schnupperkursen an. „Man muss die Kinder schon früh abholen, damit sie unserem Sport nicht verloren gehen“, so die Erfahrung von Ulrike Mohr. Mit dem Longenunterricht-Einzel-unterricht, das heißt das Pony läuft an einer lange Leine, die vom Trainer geführt wird, im Kreis. Der Trainer kann Gangart und Tempo bestimmen und das Kind hat jetzt erst einmal die Möglichkeit sich ganz auf die Bewegung vom Pony zu konzentrieren. Hat das Kind genug Selbstvertrauen und Sicherheit im Grundsitz gefunden und kann schon Etwas alleine, dann geht es in die Grundstufe I. Die Grundstufe II erreicht man mit vier bis fünf - jährige Kinder um das Kleine Hufeisen erfolgreich ablegen zu können. Gruppenunterricht Stufe III umfasst das Große Hufeisen sowie den Basispass.
Die Geschwisterkinder können, während die Eltern sich bei einer Tasse Cafe ausruhen, zum Streichelzoo und sich auf dem Abenteuerspielplatz vergnügen.
Infos unter www.ulrike-mohr.de oder Mobil 0171-2625600
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