Seminare und Informationen 

 

Einfluss des Einstreumaterials und Entmistungsintervalls auf Ammoniak- und Staubentwicklung in Pferdeställen
Vortrag vom 15.12.1010 von PD Dr. Engel Hessel
 
Das Risiko minimieren
 
Der Alltag im Pferdebetrieb ist heute um einiges komplexer geworden. Man muss fast in allen Themen rund um den Betrieb ein absoluter Fachmann sein. Das Wissen um die Haltung und Ausbildung der Pferde, reicht heute nicht mehr aus, um erfolgreich einen Pferdebetrieb zu führen. In den letzten Jahren sind die Anforderungen an die Betriebsführung gestiegen, die Ansprüche der Kunden sind deutlich höher geworden. Denn auch der Einsteller ist informierter und sparsamer geworden.
 
Die Risikofaktoren in einem Betrieb sind äußerst vielfältig und aus diesem Grund sollte man sich einen Experten zur Beratung heranziehen. Es ist egal, ob es um die Weidezäune geht, die richtige Ausführung der baulichen Anlage, die Reitbodenbeschaffenheit oder die richtige gesetzliche Absicherung der Sattelkammertür. Für alles gibt es Leitlinien Gesetzestexte oder Empfehlungen, die bei einem Schaden herangezogen werden und nicht immer zum Vorteil des Betriebsbesitzers gereichen.
 
Für eine gute Betriebsführung gibt es folgende Gruppen von Fachleuten die man zu Rate ziehe kann. Der Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt Pferdebetriebe, der Sachverständig, der spezialisierte Steuerberater, das Bau –und Planungsbüro für Reitanlagen, den Versicherungsspezialisten und den Finanz- und Marketingfachmann.
 
Aber auch ein spezialisierter Rechtsanwalt kann oft beratend sehr hilfreich sein. Wichtig ist immer, dass es unabhängige Beratungsstellen sind. Oft haben auch die Landwirtschaftskammern oder -ämter Listen mit Empfehlungen. Die Kosten variieren je nach Berater und nach Aufwand und müssen immer angefragt werden. Werden Berater von neutralen und unabhängigen Stellen beauftragt, der kann auch unter Umständen eine Förderung bekommen.
 
Sachverständige sind Personen mit besonderer Sachkenntnis auf bestimmten Fachgebieten. Die Bezeichnung Sachverständiger ist nicht geschützt, wohl aber die Bezeichnung `öffentlich bestellter und vereidigter` Sachverständiger. Die Bestellung erfolgt ausschließlich durch eine Industiere -und Handelskammer, Landwirtschaftskammer Ingenieurkammer oder ein Regierungspräsidium. Die Bewerber müssen ein spezielles Verfahren durchlaufen in dem Eignung und Sachkenntnis überprüft werden. Im Pferdebereich kommen Sachverständige zum Einsatz, wenn etwa Wertgutachten von Pferden erteilt werden sollen. Bei der Beurteilung von Schäden und der Ermittlung von Schadensurteilen z.B. wenn Pferde aus der Weide ausbrechen. Der bundesweit einzige vereidigte Sachverständige im Pferdebereich ist Diplom Agraringenieur Georg W. Fink, Aufkirchen.
 
Aber auch die Berater der Versicherungen im Pferdebereich können bei einer Begehung des Betriebes hilfreiche Tipps geben.
 
So sollte einmal im Jahr ein Fachmann beauftragt werden, der den Betrieb zu begutachten hat. Unabhängig von dem Erkennen möglicher Gefahrenquellen, hat es den positiven Nebeneffekt auch Einspar-möglichkeiten aufgezeigt zu bekommen, sei es im Bereich der Arbeitsabläufe und Energieeinsparung. Der Blick von außen ist immer wichtig.
 
Solange in einem Pferdebetrieb keine Schäden entstehen und keine Unfälle passieren, ist die Welt in Ordnung. Aber sollte durch eine Unachtsamkeit ein Schaden entstehen und sind nicht alle Vorgaben vorschriftsmäßig ausgeführt, sind die Kläger nicht weit. Oft genug bekommen sie vor Gericht das Recht zu gesprochen, denn Unkenntnis schützt vor Strafe nicht.
 
Heidrun Weitz Januar 2010

Angebote für Pferdebetriebe und Voraussetzungen für eine  Mitgliedschaft

 
Vorwort
Pferdebetriebe sind oft Familienbetriebe, die aus einem landwirtschaftlichen Anwesen entwachsen sind. Vor rund fünfzehn Jahren trat eine Welle der Betriebsgründungen und Umstrukturierungen in der Landwirtschaft in Pferdehaltung ein. Nachdem in einem herkömmlichen landwirtschaftlichen Betrieb weniger verdient wurde, verbreitete sich der Glauben, dass mit Pferdehaltung mehr zu verdienen ist. Heute hängen viele Existenzen an einem Betrieb und die wirtschaftliche Situation ist nicht rosig. Das Angebot für potentielle Kunden ist groß und die Organisationen waren aufgefordert eine klarere Struktur zu schaffen und das Angebot für Pferdebetriebe zu bündeln. „Ideal ist es, wenn sich Verein und Pferdebetrieb zusammen finden und die unterschiedlichen Aufgabengebiete aufteilen und sich innerhalb der Örtlichkeiten ergänzen“! erläutert Martin Otto von der FN. „Das ist aus unserer Sicht und Erfahrung, dass was Zukunft hat“!
 
Seit nun mehr dreizehn Jahren können Pferdebetriebe Mitglied bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Warendorf werden. Seit dem Jahr 2002 haben alle regional zuständigen Landesverbände die Möglichkeit zur Mitgliedschaft von Pferdebetrieben in dem jeweiligen Landesverband geschaffen. Bundesweit sind es ca. 3.800 Partnerbetriebe, von insgesamt ca. 11.000 Betrieben, Mitglied bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). In Hessen sind 430 Betriebe Mitglied des Verbandes. „Zu Zeit ist der Aufnahmetrend eher rückläufig“, so Thomas Schwalm, der die Betriebe in der Geschäftsstelle des Verbandes betreut. „Viel können es sich aus finanziellen Gründen nicht mehr erlauben.“
 
Die FN ist die einzige Sportorganisation in Deutschland, die über Landes-, Regional- und Kreisebene flächendeckend vertreten ist. Somit soll erreicht werden, dass die Schaffung einer Lobby für Pferdebetriebe und die Stärkung des gesamten Pferdesports erst möglich werden. Gleichzeitig sollen die Pferdebetriebe zur Mitarbeit und Mit-verantwortung angeregt werden ihre Interessen in der Öffentlichkeit zu vertreten. Immer mehr Einschränkungen und Auflagen gegen den Pferdesport von den unterschiedlichsten Seiten kommen auf die Gremien zu. Wie zum Beispiel die Forst- und Landwirtschaftsbehörde, Kommunen und die Politik.
 
Verallgemeinernd kann man sagen die Mitgliedschaft bietet Service, Betreuung, Beratung und Information in allen Fragen rund um den Pferdebetrieb. 1996 gab es auch einen Ausschuß Pferdebetriebe bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), der aber innerhalb der Neustrukturierung im Jahr 2000 dem Fachbereich `Allgemeiner Pferdsport` angegliedert wurde.
 
Eine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft des Betriebs, ist die Anerkennung der ` Ethischen Grundsätze des Pferdefreundes `, Anstreben und Verwaltung der Pferdehaltung unter Gesichtspunkten der artgerechten Pferdehaltung und im Pferdebetrieb müssen mindestens drei Pferde eingestellt sein, unabhängig von Betriebsart, - ausgerichtung und - zielgruppe. Der Jahresbeitrag beträgt € 100,00. Ein besonderer Hinweis ist die Tatsache dass wenn man nach dem 01. Juli des Jahres beitritt der Jahresbeitrag komplett entfällt. Die Service-leistungen, die eine Mitgliedschaft beinhalten, sind folgend angesprochen.
 
Der zwölfseitige Servicebrief aus Warendorf informiert die Mitgliedsbetriebe alle drei Monate über wichtige Entwicklungen, Maßnahmen und Angebote. Der Servicebrief stellt den optimalen Dialog zwischen der FN und den Landesverbänden sicher. 2. Fachtagungen mitausgewählten Themen, wie sie zum Beispiel das alljährlich stattfindende Seminar in Frankfurt im Dezember anlässlich des Frankfurter Festhallenreitturniers. 3. Mitgliedsbetriebe können die FN – Kennzeichnungsangebote für Pferdebetriebe nutzen. Mit einer FN – Plakette gekennzeichnet wurden in Hessen bereits 100 Betriebe.  Durch die FN- Kennzeichnungsangebote, weis der Kunde den Betrieb einzuordnen und die Angebote werden  immer transparenter. Die Kennzeichnung signalisiert ihm, dass er hier geprüfte Qualität und die unterschiedlichsten Leistungsschwerpunkte vorfindet. Das Kenn-zeichnungssystem für Pferdebetriebe basiert auf einem mehrstufigen Modulsystem. Für jede geprüfte und gekennzeichnete Qualifikation erhält der Betrieb ein zusätzliches Modul. Grundschild Pferdehaltung, weiter FN - geprüfter Zuchtbetrieb, FN - geprüfter Pensionspferde-betrieb, FN - geprüfte Schulen, bzw. FN - geprüfte Reitschulen unterschiedlichster Qualität, die vom Ausbildungsschwerpunkt abhängen. 4. Ein weiterer Vorsprung liegt in der Beratung und Information. Gerade der Bereich in dem erfahrene Experten in speziellen Fragen gefordert sind. Das können Fragen zur Unfallverhütung und Sicherheit im Pferdesport sein, Gestaltung und Bau einer Reitanlage, Haftung und Versicherungen im Pferdebereich und die Gründung eines Pferdebetriebs sein. Außerdem bei steuerrechtliche und juristischen Fragen im Betrieb und Fragen zu der Berufsgenossenschaft. Nicht unwichtig sind Fragen zum Zuschusswesen oder den breitensportlichen Aktivitäten und dem Tierschutz. Bei der FN gibt es eine Expertenliste auf der, die Vertreter der einzelnen Fachgruppen aufführt sind und die je nach örtlicher Nähe empfohlen werden.  5. Für die Öffentlichkeitsarbeit besteht das Angebot eines bundeseinheitlichen Außenauftritts der Mitgliedspferdebetriebe. Dazu wurde ein Werbeflyer entworfen, dessen grafischen Rahmen die Betriebe mit eigenen Bildern und Informationen befüllen können. 300 Betriebe haben so ihre eigenen Flyer drucken lassen. Seit April 2007 können sich Pferdebetriebe und Pferdesport-vereine, gemeinsam im Rahmen dieses ersten bundeseinheitlichen Außenauftritts für Pferdebetriebe und Pferdesportvereine präsentieren. In der Hotellerie ist es schon lange an der Tagesordnung, dass sich Mitglieder in ihrer Öffentlichkeitsarbeit im gleichen Layout präsentieren. Und auch in der Trab- und Galopprennszene werden Renntage von Nord- bis Süddeutschland seit Jahren mit gleich gestalteten Postern beworben. Mit einem professionell entworfenen und gestalteten Informationsflyer sollen potentielle Neukunden und Mitglieder über das Angebot informiert werden. Dem Kunden wird eine gewisse Transparenz ermöglicht und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit aller Mitgliedsbetriebe innerhalb des Landesverbandes und der FN entsteht.
Der Informationsflyer ist das erste Angebot im Rahmen des bundeseinheitlichen Außenauftritts von Mitgliedsbetrieben, als nächster Schritt wird das Angebot einer Internetseite folgen. Gegen eine Kosten-pauschale in Höhe von 20 € erhält man eine CD mit dem notwendigen Inhalt zur Gestaltung seines Werbeflyers. Für die CD genügt eine formlos email oder FAX an die Deutschen Reiterlichen Vereinigung e. V., Abt. Betriebe/Vereine, Breitensport; Martin Otto; Freiherr-von-Langen-Str. 13; 48231 Warendorf; Telefax: 0 25 81-6 36 2 -3 33; E-Mail: motto(at)fn-dokr(dot)de! Für Fragen zu den einzelnen Bereichen in Hessen steht ihnen Thomas Schwalm in der Geschäftsstelle des HRFV in Dillenburg zu Verfügung, 02771 – 8034-16 oder  thomas(dot)schwalm(at)psv-hessen(dot)de.
Dillenburg, 08.09.2009  

 

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